Verantwortung tragen ohne sich zu verlieren | Lebenskarussell


Führung bedeutet Verantwortung – für Ergebnisse, für Menschen, für Entscheidungen. Was dabei oft unterschätzt wird: Verantwortung kann, wenn sie nicht gut getragen wird, sehr viel Kraft kosten. Wer dauerhaft für andere da ist, ohne sich selbst im Blick zu behalten, verliert irgendwann den Boden unter den Füßen.

Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist menschlich. Und es ist lösbar.

Warum hohe Verantwortung erschöpfen kann

Menschen in Führungspositionen tragen oft mehr als ihre Berufsbezeichnung vermuten lässt. Sie sind Ansprechpartner:in für Konflikte, Motivatoren in schwierigen Phasen, Puffer zwischen oben und unten. Viele dieser Rollen sind nicht explizit beschrieben – sie entstehen einfach, weil jemand da sein muss.

Was dabei passiert: Die eigenen Bedürfnisse rutschen nach hinten. Erst kommen das Team, die Aufgaben, die Erwartungen von oben. Und wenn dann endlich Zeit wäre für sich selbst – ist die Energie schon aufgebraucht.

Das zeigt sich zunächst in kleinen Dingen. Die Erholung am Wochenende reicht nicht mehr. Entscheidungen fühlen sich schwerer an als früher. Der innere Antrieb flackert.

Wo die eigene Grenze liegt – und wie man sie findet

Das Schwierige an Grenzen in Führungsrollen ist: Sie zu benennen wirkt schnell wie ein Eingeständnis von Überforderung. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Wer die eigene Belastungsgrenze kennt und kommuniziert, handelt professionell – und schützt damit nicht nur sich selbst, sondern auch das Team.

Eine Frage, die in meiner Arbeit immer wieder auftaucht: „Wo hört das Berufliche auf und fängt das Private an?“ Für viele Führungskräfte ist diese Grenze seit Jahren verschwommen. Das Handy liegt nachts neben dem Bett. Die E-Mails werden auch samstags gecheckt. Nicht weil jemand es verlangt, sondern weil es sich normal anfühlt.

Normalität ist aber kein Maßstab für Gesundheit. Die Frage ist nicht: „Machen andere das auch?“ Sondern: „Wie geht es mir dabei?“

Selbstführung als Fundament guter Führung

Sich selbst gut zu führen ist keine nette Ergänzung zu guter Führung – es ist die Voraussetzung dafür. Wer nicht weiß, wie es ihm selbst geht, kann kaum verlässlich einschätzen, wie es dem Team geht.

Dazu gehört: regelmäßige Momente der Reflexion, klare Strukturen rund um Erreichbarkeit, bewusstes Abschalten. Und manchmal ein Gespräch mit jemandem, der weder im Unternehmen noch im privaten Umfeld sitzt – jemand Neutrales, der hilft, die eigene Perspektive zu sortieren.

Nicht weil man es alleine nicht kann. Sondern weil Führung eine komplexe Aufgabe ist, die verdient, professionell begleitet zu werden. Im Coaching für Führungskräfte in Wien arbeite ich mit Menschen daran, die eigene Rolle klarer zu fassen, Belastungsgrenzen zu erkennen und tragfähige Strukturen für den Berufsalltag zu entwickeln – ohne dabei sich selbst aus dem Blick zu verlieren.



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